Mit Stammzellen gegen Belastungsinkontinenz

VILLINGEN-SCHWENNINGEN (MedCon) – Mit Hilfe einer neuartigen Stammzellentherapie lässt sich offenbar ein defekter Rhabdosphinkter wiederherstellen, berichteten die GesundheitsNachrichten Ende September.

Wie die Leiterin des Kontinenzzentrums Südwest in Villingen-Schwenningen, Dr. Daniela Schultz-Lampel, schildert, werden dazu Muskelzellen aus dem Oberarm entnommen und zusammen mit Kollagen direkt in den Rhabdosphinkter gespritzt, wo sie eine Regeneration des Muskels induzieren.

Schultz-Lampel wertet die Methode dem Bericht zufolge als „sehr vielversprechend“, es seien aber noch Langzeituntersuchungen abzuwarten – daher übernimmt auch noch keine Kasse die Kosten. Die Expertin rechnet mit einer Erfolgsquote von 80 Prozent. Bereits in den ersten Wochen nach dem Eingriff hätten die Mediziner eine wesentliche Verbesserung beim Halten des Urins beobachten können.

Vorreiter ist Innsbruck, wo die Methode entwickelt und bereits 130 Frauen und 30 Männer operiert wurden. Ebenfalls erprobt wurde sie bereits in München und Tübingen.

Eine Schwierigkeit stellt nach der Schilderung von Schultz-Lampel die präzise Injektion durch die Harnröhre mit einer seltenen Spezialsonde dar. Ohne diese Sonde sei die neue Therapie unzuverlässig. Helfen könne diese Stammzellentherapie nur, wenn der Rhabdosphinkter betroffen sei – bei Inkontinenz beispielsweise aus Altersgründen werde sie nicht eingesetzt.

Details zu dieser Methode bietet die Internetseite der Urologischen Universitätsklinik Innsbruck: http://www.uro-innsbruck.at/inkontinenz/website/therapie_stammzell.htm

Quelle: gesundheitsnachrichten.net, 24. 09.2007; Urologische Universitätsklinik Innsbruck

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