Biofeedback verbessert Inkontinenz und seelisches Wohlbefinden bei älteren Frauen

NEW YORK (Reuters Health) - Bei älteren Frauen, die an Dranginkontinenz (urge urinary incontinence, UI) leiden, verbessert eine Biofeedback-Therapie nicht nur die Inkontinenzsymptome, sondern auch das psychologische Outcome, wie eine Studie zeigt - insbesondere bei Patientinnen mit Depressionen in der Anamnese.

"Psychologische Faktoren stellen ein relevantes Maß für den Verlauf bei UI dar; diese Daten legen nahe, dass bei der ausschließlichen Konzentration auf die UI-Häufigkeit die Wirksamkeit eines Biofeedbacks sowie der zusätzliche therapeutische Nutzen unterschätzt worden sind", schlussfolgert die Studiengruppe.

Dr. Stasa D. Tadic von der University of Pittsburgh, Pennsylvania, und Kollegen analysierten den Effekt eines achtwöchigen Biofeedback- und Verhaltenstrainings zur Unterdrückung des Harndrangs auf die UI-Symptome und die psychologische Belastung bei 42 selbstständig lebenden Frauen im Alter von 60 Jahren oder älter, die an einer Dranginkontinenz litten.

In der Gruppe als Ganzes verbesserte das Biofeedback die Inkontinenzhäufigkeit signifikant um 45 Prozent. Auch die psychologische Belastung habe auf der Urge Impact Scale um 15,8 Punkte beziehungsweise 22,4 Prozent abgenommen, berichtet die Arbeitsgruppe in der Dezember-Ausgabe des Journal of the American Geriatric Society.

Nach Stratifizierung hinsichtlich der Depressionsanamnese erwiesen sich die Verbesserungen der UI-Häufigkeit in den beiden Untergruppen als vergleichbar, wobei aber die Verbesserung des psychologischen Outcomes bei Frauen mit Depressionen in der Anamnese rund doppelt so stark war - insbesondere auf der Subskala für die Wahrnehmung der [Drang-]Kontrolle. Die psychologische Verbesserung stand nicht mit depressiven Symptomen zu Beginn der Studie in Zusammenhang.

"Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass es sich lohnen könnte, Patienten mit Dranginkontinenz auf Depressionen in der Anamnese hin zu screenen, wie schon von anderen vorgeschlagen wurde; dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man feststellt, dass eine Behandlung der Depression die Response auf ein Biofeedback weiter verbessert", schlussfolgern Dr. Tadic und Kollegen.

Quelle: Journal of the American Geriatric Society 2007;55:2010-2015http://www.ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/query.fcgi?orig_db=PubMed&db=PubMed&cmd=Search&defaultField=Title+Word&term=J+Am+Geriatr+Soc%5Bjour%5D+AND+55%5Bvolume%5D+AND+2010%5Bpage%5D+AND+2007%5Bpdat%5D

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