Wissenswertes zu Mictonorm Uno®

Sie haben von Ihrem Arzt Mictonorm Uno® verschrieben bekommen? Hier finden Sie Informationen zum Produkt und Antworten auf häufige Fragen zum Thema Blasenüberaktivität.

Packshot von Mictonorm Uno®.

Wie funktioniert eine gesunde Harnblase?

Wie funktioniert eine gesunde Harnblase?

In den Nieren wird Urin produziert, der über die Harnleiter in die Blase transportiert wird. Die Blase besteht aus Muskulatur, die sich ausdehnen und zusammenziehen kann. Eine gesunde Blase kann durchschnittlich zwischen 300 und 500 Milliliter Urin fassen. Die Sinneszellen der Blase melden dem Gehirn, wie voll sie ist, sodass bei Bedarf der Harndrang eintritt, die Toilette aufgesucht und die Blase willentlich entleert werden kann. Bei einer Füllung von 200 bis 250 Milliliter Urin verspüren viele schon einen leichten Harndrang. Bei gefüllter Blase melden die Sinneszellen der Harnblase dem Gehirn, dass eine umgehende Entleerung stattfinden sollte.

Infografik veranschaulicht, wie Blase und Hirn über das Nervensystem miteinander verbunden sind.

Ist die Blase leer, so ist die Blasenmuskulatur entspannt und der Schließmuskel angespannt (a). Die Blase dehnt sich, wenn sie sich mit Urin füllt, der Blasenmuskel ist dabei weiterhin entspannt (b). Wenn die volle Blase entleert wird, spannt sich die Blasenmuskulatur an und trägt dazu bei, dass der Urin herausgedrückt wird (c). Zugleich entspannen sich die Beckenbodenmuskulatur und der Schließmuskel.

a) leere Blase | b) Blasenfüllung | c) Blasenentleerung

Mehr zur Blase

Grafik veranschaulicht eine leere Blase, eine gefüllte Blase und eine Blasenentleerung.

Wie viele Toilettengänge sind normal?

Wie viele Toilettengänge sind normal?

6 bis 8 Toilettengänge innerhalb von 24 Stunden, um die Harnblase zu entleeren, gelten als normal. In der Nacht sollten Sie durchschlafen können. Eine einmalige Unterbrechung des Schlafes durch einen Toilettengang ist noch akzeptabel, um am folgenden Tag ausgeruht und fit zu sein.

Überaktive Blase – was ist das?

Überaktive Blase – was ist das?

Bei einer überaktiven Blase, englisch „overactive bladder“ (OAB), kommt es immer wieder zu einem starken, nicht zu unterdrückenden Harndrang. Patienten verspüren diesen Drang bereits, wenn die Harnblase nur wenig gefüllt ist. Daher müssen sie häufiger als gewöhnlich auf Toilette, meist sowohl tagsüber als auch nachts. Eine überaktive Blase kann zu unkontrollierbarem oder ungewolltem Urinverlust führen, muss aber nicht.

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

Harninkontinenz ist der medizinische Überbegriff für die Unfähigkeit des Körpers, den Urin kontrolliert abzugeben (Dranginkontinenz) oder zu halten (Belastungsinkontinenz). Sie kann in Zusammenhang mit einer überaktiven Blase auftreten.

Dranginkontinenz

Dranginkontinenz kann als Folge eines plötzlichen und starken Harndrangs bei einer überaktiven Blase auftreten. Der Blasenmuskel zieht sich auch bei kleinen Mengen Urin in der Blase so schnell und stark zusammen, dass der Urin unkontrolliert ausgeschieden wird.

Grafik veranschaulicht die Blase im Normalzustand und bei einer Dranginkontinenz.

Mehr zur Dranginkontinenz

Belastungsinkontinenz

Belastungsinkontinenz beschreibt den unkontrollierten Urinverlust bei körperlichen Belastungen wie zum Beispiel schwerem Heben, beim Lachen oder Niesen. Dabei ist der Schließmuskel nicht in der Lage, dem Druck auf die Blase standzuhalten und gibt nach, sodass Urin austritt.

Können Dranginkontinenz und Belastungsinkontinenz gleichzeitig auftreten?

Ja. Dann sprechen Mediziner von einer Mischinkontinenz:

Mehr zur Mischinkontinenz

Was passiert bei einer überaktiven Blase?

Was passiert bei einer überaktiven Blase?

Auslöser der überaktiven Blase ist eine Falschmeldung der Sinneszellen der Harnblase an das Gehirn. Sie melden dem Gehirn schon bei geringen Urinmengen, dass die Blase voll ist und geleert werden muss. Daraufhin zieht sich der Harnblasenmuskel plötzlich zusammen und es entsteht ein starker, nicht zu unterdrückender Harndrang.

Was sind die Ursachen einer überaktiven Blase?

Was sind die Ursachen einer überaktiven Blase?

Warum die Blase überaktiv wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Viele verschiedene Risikofaktoren können zu einer überaktiven Blase führen. Dazu zählen unter anderem:

  • Blasen- und Harnröhrenentzündungen
  • starke Kälte und Nässe
  • hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren
  • Stress und psychische Belastungen
  • Nebenwirkungen harntreibender Medikamente
  • Harnsteine
  • gutartige Prostatavergrößerung bei Männern
  • Typ-2-Diabetes
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Sind eher Frauen oder Männer betroffen?

Sind eher Frauen oder Männer betroffen?

Im mittleren Lebensalter (zwischen 30 und 50 Jahren) leiden eher Frauen an einer überaktiven Blase. Ab 60 Jahren sind Männer etwa in gleichem Maße betroffen wie Frauen. Generell geht man davon aus, dass ab 60 jeder 5. Mensch unter häufigem Harndrang leidet. Das zunehmende Alter ist zwar ein Risikofaktor, aber auch junge Menschen und Kinder können eine überaktive Blase entwickeln.

Quelle der Grafik: Irwin et al.

Infografik zeigt, in welchem Alter mehr Männer oder Frauen von einer überaktiven Blase betroffen sind.

Wie sage ich es meiner Familie?

Wie sage ich es meiner Familie?

Eine überaktive Blase ist eine persönliche Angelegenheit. Sprechen Sie mit Personen in Ihrem Umfeld, denen Sie vertrauen und bei denen Sie sich öffnen können. Die Menschen, von denen Sie geliebt und respektiert werden, werden Sie ganz sicher verstehen und unterstützen. Sie werden erleichtert sein, wenn Sie offener mit dem Thema umgehen und wissen, dass Ihre Liebsten Ihnen zur Seite stehen.

Und denken Sie daran: Blasenschwäche kann jeden treffen, in jedem Alter. Sie müssen sich deswegen nicht schämen. Der Harndrang muss auch nicht Ihr Leben bestimmen. Indem Sie Ihren Arzt angesprochen und eine Therapie begonnen haben, ist schon ein großer Schritt getan! Ihr Arzt und Ihre Familie sind für Sie da, vielleicht gibt es auch eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe – nehmen Sie ihre Unterstützung in Anspruch.

Der Verein Inkontinenz Selbsthilfe e. V. bietet beispielsweise auch Unterstützung für Menschen mit Harninkontinenz. Betroffene profitieren durch Zugang zu Informationen, Beratung und Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen. Die Plattform bietet zudem ein Forum, in dem Mitglieder Fragen stellen und Antworten von Experten oder anderen Mitgliedern erhalten können.

Was hilft gegen eine überaktive Blase?

Was hilft gegen eine überaktive Blase?

Es gibt Medikamente, die das unkontrollierte Zusammenziehen der Blasenmuskulatur vermeiden und das Fassungsvermögen der Blase steigern. Wenn diese Medikamente keine ausreichende Wirkung erzielen, gibt es weitere Therapiemöglichkeiten wie die Injektion von Botulinumtoxin in den Blasenmuskel oder die tibiale oder sakrale Nervenstimulation über einen Blasenschrittmacher.

Wenn ich kein Medikament will?

Wenn ich kein Medikament will?

Ein sogenanntes Blasentraining hilft Betroffenen, den Blasenmuskel zu stärken und die Kontrolle über ihre Blase wiederzuerlangen. Die Blase kann sich dadurch weiter dehnen und mehr Urin speichern. Auch Beckenbodentraining trägt zur Stärkung der Muskulatur in diesem Bereich bei. Das Training sollte regelmäßig erfolgen.

Das Blasentraining lindert oft die Beschwerden, sodass unter Umständen keine medikamentöse Therapie nötig ist. Bleiben die Symptome jedoch bestehen, ist eine medikamentöse Behandlung ratsam. Zusätzlich ist es auch bei der Durchführung einer medikamentöse Behandlung empfehlenswert, die Blasen- und Beckenmuskulatur zu stärken und so den Therapieerfolg zu unterstützen.

Mehr zum Beckenbodentraining

Was kann ich selbst noch tun?

Was kann ich selbst noch tun?

Sie können mit Ihrem Verhalten und Ihrem allgemeinen Lebensstil einer Blasenschwäche entgegenwirken und dazu beitragen, häufigen Harndrang zu vermeiden. Generell wird empfohlen:

  • Übergewicht zu reduzieren, um so den Druck auf Blase und Beckenboden zu verringern.
  • Auf eine ausgewogene, ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung zu achten.
  • Weniger Zucker zu sich zu nehmen.
  • Auf harntreibende Nahrungsmittel zu verzichten (zum Beispiel Zitrusfrüchte, Spargel, Kohl, Chili, Ingwer).
  • Den Genuss von Alkohol, schwarzem Tee, Kaffee und Zigaretten einzuschränken.
  • Stress zu reduzieren und Entspannungstechniken anzuwenden.
  • Auf ausreichend Bewegung zu achten – das gilt gerade für Menschen, die im Beruf viel sitzen.

Blasentraining – wie geht das?

Blasentraining – wie geht das?

Mit dem Blasentraining lässt sich erreichen, dass die Abstände zwischen den Toilettengängen länger werden. Wenn Sie Ihre Blase trainieren wollen, sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt zunächst Tagebuch über Ihre Trinkgewohnheiten führen und notieren, wann Sie auf Toilette gehen.

Zum Blasentraining zählen Verhaltensmaßnahmen wie beispielsweise:

  • Viel zu trinken, um das Fassungsvermögen der Blase zu erhöhen, am besten nach einem Trinkplan.
  • Regelmäßig auf Toilette zu gehen, möglichst zu bestimmten Uhrzeiten.
  • Vorbeugende Toilettengänge zu vermeiden.
  • Zu versuchen, nicht gleich dem ersten Harndrang nachzugeben.
  • Die Zeit zwischen dem Verspüren des Drangs und dem Toilettengang allmählich auszudehnen.
  • 2 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu trinken.