The Efficacy of Saffron in the Treatment of Mild to Moderate Depression: A Meta-analysis
Tóth B et al. Planta Med 2019; 85: 24–31
Hintergrund und Ziel
Synthetische Antidepressiva können Patient:innen nicht immer ausreichend Linderung verschaffen, entweder aufgrund von Nebenwirkungen oder wegen mangelnder sofortiger Wirksamkeit. Pflanzliche Präparate mit einem günstigeren Sicherheitsprofil und höherer Wirksamkeit könnten eine Alternative sein. Ziel dieser Meta-Analyse war es, die antidepressiven Effekte von Safran bei milder bis moderater Depression zusammenzufassen und die klinische Relevanz sowie das Sicherheitsprofil im Vergleich zu Placebo und Antidepressiva zu bewerten.
Studiendesign und Studienpopulation
In die Meta-Analyse wurden elf randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt über 500 Patient:innen eingeschlossen. Die Studien verglichen Safran entweder mit Placebo oder mit etablierten Antidepressiva (Fluoxetin, Citalopram, Imipramin). Die Behandlungsdauer betrug meist sechs bis acht Wochen. Die eingesetzte Safrandosis lag überwiegend bei 30 mg pro Tag. Zur Beurteilung des therapeutischen Effekts wurden die Hamilton Rating Scale for Depression (HAM-D) oder die Beck Depression Inventory (BDI) verwendet.
Ergebnisse
Fünf RCTs zur antidepressiven Wirksamkeit von Safran im Vergleich zu Placebo wurden unabhängig von der verwendeten Skala (HAM-D oder BDI) zusammenfassend untersucht.
Im Vergleich zu Placebo zeigte Safran eine signifikante Überlegenheit mit großer Effektstärke (Hedges’s g = 0,891; 95 %-Konfidenzintervall - KI: 0,369-1,412; p = 0,001) [Vgl. Abb. 1]. Im Vergleich zu Antidepressiva (Fluoxetin, Citalopram) zeigten fünf analysierte RCTs keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit (Hedges’s g = -0,246; 95 %-KI: -0,495- 0,004; p = 0,053) [Vgl. Abb. 2]. Das deutet auf eine vergleichbare Effektivität hin. Die Ergebnisse der Meta-Analyse bestätigten zudem die relative Sicherheit von Safran und seinen Verbindungen.
Diskussion
Die Meta-Analyse belegt mit hoher statistischer Aussagekraft die antidepressive Wirksamkeit von Safran. Limitationen ergeben sich aus der regionalen Konzentration der Studien (Iran), die inhomogene Studienpopulation, der unterschiedlichen Behandlungsdauer und den kleinen Stichproben der Einzelstudien.
Schlussfolgerung
Laut der vorliegenden Metaanalyse hat Safran einen signifikanten Effekt auf den Schweregrad von Depressionen. Die verfügbaren Daten aus randomisierten, kontrollierten klinischen Studien zeigen, dass Safran signifikant wirksamer ist als Placebo und mit den den getesteten Antidepressiva vergleichbar ist. Die optimale Dosis und Behdlungsdauer sind noch nicht eindeutig geklärt.

