Harnwegsinfektion

Infektionen der Harnwege sind weit verbreitet und gehen mit unangenehmen Beschwerden, oft auch mit Schmerzen einher und neigen dazu, wiederholt aufzutreten.

Therapie von Harnwegsinfektionen

Die Therapie von Entzündungen des Harnsystems richtet sich danach, ob die Infektion unkompliziert,
kompliziert oder rezidivierend ist.

Therapie unkomplizierter Harnwegsinfektionen

Damit die Harnwege gut durchgespült werden, ist viel Trinken – z. B. Wasser, Blasen- und Kräutertees, Saftschorlen – bei einem akuten Harnwegsinfekt besonders wichtig. Die Durchspülung der Harnwege kann auch mit pflanzlichen Medikamenten (z. B. Goldrutenkraut) unterstützt werden. Zusätzlich bringen auch schon eine Wärmeflasche, ein heißes Bad und leichte, krampflösende Schmerzmittel eine rasche Linderung der Beschwerden.

Die unkomplizierte Harnwegsinfektion der Frau wird heute mit einer Kurzzeitgabe von Antibiotika (Einmalgabe bis 3-tägige Behandlung) behandelt. Die Gefahr einer Resistenzentwicklung der auslösenden Keime ist bei der Kurzzeitgabe geringer als bei einer längeren Behandlung, es treten auch weniger Nebenwirkungen auf.

Eine einfache Nierenbeckenentzündung sollte 7 bis 14 Tage mit Antibiotika behandelt werden. In der Regel kann die Behandlung ambulant mit Tabletten durchgeführt werden.

Therapie komplizierter Harnwegsinfektionen

Bei der Auswahl und Einnahmedauer der notwendigen Antibiotika richtet sich der Arzt nach der Art der Harnwegsinfektion. Die verordneten Medikamente müssen lange genug und in ausreichend hoher Dosierung eingenommen werden, denn selbst wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind, kann es noch eine Weile dauern, bis z. B. stark vereiterte Entzündungsherde völlig ausheilen.

Bei schwereren komplizierten Harnwegsinfektionen, insbesondere wenn sie mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sind, kann der Arzt in den ersten Tagen Infusionsbehandlungen mit Antibiotika einsetzen. Dabei werden häufig zwei Medikamente kombiniert, weshalb eine stationäre Behandlung über einige Tage erforderlich sein kann. Nach Besserung der Beschwerden wird dann oft mit nur einem Medikament in Tablettenform weiterbehandelt.

Bei Männern mit Abszessbildung in der Prostata oder bei Männern und Frauen mit Abszessbildung in der Niere kann eine medikamentöse Behandlung bis zu drei Monaten notwendig sein.

Therapie rezidivierender Harnwegsinfekte

Immer wieder auftretenden Harnwegsinfekten kann vorgebeugt werden, indem über einen längeren Zeitraum (3 bis 6 Monate) bestimmte Antibiotika in sehr niedriger Dosierung verabreicht werden. Eine andere Möglichkeit ist die Immunisierung gegen bestimmte Erreger (Escherichia coli), die durch Spritzen oder Tabletten erfolgen kann.

Durch Physiotherapie und Balneotherapie, z. B. mit Kohlensäurewannenbädern, Fangopackungen, Wechselduschen der Beine und Bewegungsbehandlungen, kann darüber hinaus eine allgemeine Abwehrsteigerung des Körpers erreicht werden.

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