Einnässen bei Kindern

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Das betrifft nicht nur das Laufen und Sprechen, sondern auch das Trockenwerden. Die Blasenkontrolle ist ein Reifungs- und Lernprozess, der Zeit braucht und ungefähr bis zum 5. Lebensjahr andauert.

Zuerst kommt die Urotherapie

Viele Eltern bemerken beim Führen des Miktionsprotokolls, dass ihr Kind nicht nur nachts ein Problem hat, sondern auch tagsüber sehr häufig und dann immer ganz schnell auf die Toilette gehen muss. Oder auch, dass die Eltern ihr Kind immer daran erinnern müssen, auf die Toilette zu gehen.

In vielen Fällen hilft es schon, wenn einige Dinge beachtet und Verhaltensweisen geändert werden. So sollte die Haupttrinkmenge auf die erste Tageshälfte verlagert werden und es ist auf einen regelmäßigen Toilettengang zu achten. Am Abend sollten die Kinder keine koffein- oder kohlensäurehaltigen Getränke zu sich nehmen. Und vor dem Schlafen muss die Blase in Ruhe vollständig entleert werden. Der so genannte „Kutschersitz“ hilft bei der Entspannung der Beckenbodenmuskulatur, damit Ihr Kind seine Blase vollständig entleeren kann. Die kindgerechte Darstellung der Abläufe im Körper, die Erläuterung des individuellen Problems und die Änderung von Verhaltensweisen werden auch als Urotherapie bezeichnet. Diese sollte allen Behandlungsmaßnahmen vorgeschaltet sein.

Wichtig ist auch die Stuhlregulation. Durch Beseitigung einer Verstopfung kann bei über 50 % der Kinder das Bettnässen erfolgreich beseitigt werden.

Der "Kutschersitz"

Bei dem "Kutschersitz" stehen die Füße fest auf dem Boden oder einem Hocker.

Die Beine sind 90 Grad angewinkelt. Der Oberkörper wird leicht entspannt nach vorn gebeugt und die Arme sind auf die Oberschenkel gestützt.

Zeigen Sie Ihrem Kind diese entspannte Sitzhaltung auf der Toilette und üben Sie diese einige Male gemeinsam.

Motivation des Kindes ist wichtig

Ein wichtiger Schritt in der Behandlung besteht darin, das Interesse des Kindes zu wecken. Das Kind muss verstehen, worin das Problem liegt und Spaß daran finden, seine Blase zu beeinflussen. Zusammen mit dem Kind werden bestimmte Zeiten festgelegt, zu denen das Kind die Blase auf seinen Befehl entleeren soll. Dieses Toilettentraining ermöglicht den notwendigen Informationsaustausch zwischen Harnblase und Gehirn und fördert die Reifung der beteiligten Nervenbahnen. Die einzelnen Schritte zur vollständigen Blasenkontrolle können klein sein, sollten aber erkannt und belohnt werden.

Behandlung des Bettnässens

Medikamente gegen Bettnässen enthalten einen Wirkstoff, der dem körpereigenen antidiuretischen Hormon ähnelt und die gleiche Reaktion im Körper auslöst. Die Urinproduktion wird nachts reduziert, die Blase kann die Urinmenge fassen und es kommt nicht zum Einnässen. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich intensiv von Ihrem Arzt beraten lassen und sich exakt an dessen Anweisungen halten. Nur er kann die Dosierung festlegen und den Zeitpunkt des Therapieendes bestimmen.

Bei nächtlichem Einnässen können auch Alarmsysteme eingesetzt werden. Klingelhosen oder –matten reagieren auf Feuchtigkeit mit einem Alarm und wecken das Kind auf, so dass es noch selbstständig eine Toilette aufsuchen kann. Diese Trainingsmethode erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen.

Behandlung der Harninkontinenz tagsüber

Bei der medikamentösen Therapie der kindlichen überaktiven Blase mit Blasenspasmolytika wird eine bessere Dehnbarkeit des Blasenmuskels erreicht und damit das Fassungsvolumen der Blase vergrößert. Zusätzlich werden die Phasen, in denen Ihr Kind Harndrang verspürt, verringert. Die Behandlungsdauer variiert stark. Manche Kinder werden schnell trocken, andere brauchen eine längere Therapie. Wichtig ist, die Behandlung nicht abrupt zu beenden, wenn sich der Erfolg eingestellt hat. Die Kinder müssen kontinuierlich motiviert und angeleitet werden, damit sie keinen Rückschlag erleiden.

Bei Kindern, die falsche Toilettengewohnheiten (z. B. "stotterndes" Wasserlassen) haben, kann mithilfe spezieller Geräte (Biofeedback-Geräte) optisch und akustisch die Entspannung und Anspannung ihrer Beckenbodenmuskulatur verdeutlicht werden. Ziel ist es, dass Ihr Kind lernt, seinen Beckenboden bewusst zu entspannen bzw. anzuspannen. Das Biofeedback-Training sollte über mehrere Wochen und unter Anleitung einer speziell ausgebildten Physiotherapeutin erfolgen.

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