Einnässen bei Kindern

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Das betrifft nicht nur das Laufen und Sprechen, sondern auch das Trockenwerden. Die Blasenkontrolle ist ein Reifungs- und Lernprozess, der Zeit braucht und ungefähr bis zum 5. Lebensjahr andauert.

Diagnose: Einnässen beim Kind

Die Abgrenzung des Bettnässens vom Einnässen am Tag ist die Basis für eine erfolgreiche Behandlung. Zu Beginn stellt der Arzt Fragen zu den Blasenentleerungsgewohnheiten. Darüber hinaus werden einige Untersuchungen durchgeführt, die weder schmerzhaft noch belastend für die kleinen Patienten sind. Diese sogenannte Basisdiagnostik kann jeder Arzt durchführen.

Bei der Abfrage der Trink- und Blasenentleerungsgewohnheiten ist jedes Detail von Bedeutung:

  • Wann nässt das Kind ein und wie oft?
  • Geht das Kind tagsüber häufig zur Toilette oder eher selten und dann oft zu spät?
  • Setzt der Harndrang oft und dann ununterdrückbar ein?
  • Ist der Harnstrahl unterbrochen oder gar stotternd?
  • Wie groß sind die einzelnen Harnmengen?
  • Hatte oder hat jemand in der Familie ein ähnliches Problem?

Die Erhebung der Beschwerden kann der Arzt mit Hilfe eines Anamnese-Fragebogens durchführen.

Nach einer körperlichen Untersuchung und der Urinanalyse erfolgen gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Harnwege und eine Bestimmung des Restharns.

In jedem Fall benötigt der Arzt ein so genanntes Trink- und Miktionsprotokoll. Dieses führen Sie über 3 Tage und notieren alle Begebenheiten, die mit dem Trinken oder dem Wasserlassen im Zusammenhang stehen.

Aus all diesen Untersuchungen kann der Arzt in den meisten Fällen schon erkennen, ob es sich um „reines“ Bettnässen handelt, ob zusätzlich eine Tagessymptomatik vorliegt oder ob das Einnässen nur tagsüber auftritt.

Nur sehr selten sind über diese Basisdiagnostik hinaus weiterführende Untersuchungen notwendig. Diese können erforderlich werden, wenn die Basisdiagnostik Hinweise auf mögliche Komplikationsfaktoren gibt oder alle auf der Basisdiagnostik aufbauenden Therapiemaßnahmen keinen Erfolg brachten. Diese Untersuchungen erfolgen beim Urologen oder in darauf spezialisierten Zentren. Zu den weiterführenden Untersuchungen zählen die Harnflussmessung, die Blasendruckmessung, weiterführende Laboruntersuchungen und eventuell ergänzende Untersuchungen bei anderen Fachärzten.

please select your language:

German