Prostatakrebs

Je früher der Prostatakrebs erkannt wird, umso besser kann behandelt und sogar geheilt werden. Ist der Krebs noch im Frühstadium, d. h. z. B. auf die Prostata beschränkt, sind die Heilungschancen relativ günstig.

Therapie von Prostatakrebs

Die Behandlung richtet sich nach dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung (Ergebnis der Biopsie) und der Ausbreitung des Tumors und ist der individuellen Situation des Patienten anzupassen. Die wesentlichen Therapiemöglichkeiten sind Abwarten und Beobachten, Operation, Bestrahlung, antihormonelle Therapie und Chemotherapie. Diese Möglichkeiten zur Therapie werden auch kombiniert. Bei Tumoren, die auf die Prostata beschränkt sind, ist die Radikale Prostatatektomie das Mittel der Wahl, um eine dauerhafte Heilung zu erreichen.

Ist das Prostatakarzinom fortgeschritten, d. h. der Tumor hat sich lokal weit ausgebreitet oder es liegen Metastasen vor ist der Tumor nicht mehr heilbar. Es stehen aber weitere adjuvante Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Bis Stadium T1-3 N1 M0 ist die radikale Prostatatektomie sinnvoll. Bei höheren Stadien  (T1-4 N1 M1) und Metastasierung wird die adjuvante Hormontherapie, die im gesamten Körper wirksam ist, eingesetzt.

Was bedeutet Hormontherapie?

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron (Androgen) ist für die Funktion der gesunden Prostata erforderlich. Es fördert aber auch das Wachstum des Karzinoms. Man spricht auch von der Hormonabhängigkeit des Prostatakarzinoms. Diese Hormonabhängigkeit wird bei der Therapie dieses Karzinoms eingesetzt.

Die Testosteronbildung im Hoden wird durch die operative Entfernung der Hoden oder durch Medikamente, die die Wirkung des Hormons blockieren, unterbunden. Dadurch wird das Wachstum des Prostatakarzinoms oft auch für Jahre gestoppt. Heute steht die antiandrogene Therapie mit (Luteinisierungshormon-freisetzendes Hormon)-Agonisten im Vordergrund.

Die LH-RH-Analoga werden als Depotpräparate in die Haut (subkutan) gegeben, die den Wirkstoff kontinuierlich abgeben. In der Regel geschieht das alle 3 - 6 Monate. Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Abnahme des sexuellen Antriebs und Impotenz sind Folgen des Testosteronentzuges. Da am Anfang der Therapie mit einem LH-RH-Analogon die Testosteronproduktion ansteigt, wird zusätzlich ein Antiandrogen (z. B. Bicalutamid) gegeben. Neu in Deutschland zugelassene Medikamente sind die LH-RH Antagonisten (Abarelix, Degarelix). Sie blockieren die Rezeptoren an der Hypophyse und hemmen so die Bildung der zum Wachstum der Prostatazellen notwendigen Hormone. Prostatakarzinome werden mit der Zeit hormonrefraktär. Das bedeutet, dass das Prostatakarzinom nicht mehr auf die antihormonelle Therapie reagiert und die Erkrankung weiter fortschreitet.

Eine Chemotherapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika) ist für den langsam wachsenden Prostatakrebs ungeeignet und wird nur palliativ im Endstadium eingesetzt. Um Schmerzen zu lindern werden die Knochenmetastasen bestrahlt und mit Bisphosphonaten behandelt.

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