Häufige Fragen zu kindlicher Harninkontinenz

Mein Sohn ist vier Jahre alt und noch nicht trocken (gilt vor allem tagsüber). Kann das Verhalten krankheitsbedingt sein? Wann sollten wir mit einer Behandlung beginnen?

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. In der Regel sollte bis zur Vollendung des vierten Lebensjahres die Reifung der Blasenkontrolle abgeschlossen sein. Ihr Kind sollte dann Harndrang verspüren und die Blasenentleerung willentlich auslösen können. Oft ist es jedoch so, dass zwar Harndrang empfunden wird, das Kind den Entleerungsreflex aber noch nicht ausreichend kontrollieren kann. Erst ab einem Alter von fünf Jahren ist es sinnvoll, Kinder, die einnässen, zu behandeln. Dabei steht eine Urotherapie an erster Stelle. Dem Kind soll hierbei bewusst gemacht werden, wie sein Körper (Niere und Blase) funktioniert. Es soll ein Miktionsproptokoll führen und ein Toilettentraining durchführen (in regelmäßigen Abständen zur Toilette gehen, entspannt Wasserlassen, sich Zeit nehmen beim Wasserlassen). Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, sollte eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Ihrem vierjährigen Sohn können Sie noch etwas Zeit für die Reifung der Blasenkontrolle geben. Sollte er mit fünf Jahren immer noch einnässen, sollten Sie einen Kinderarzt oder Kinderurologen aufsuchen.

Unsere Tochter (sieben Jahre) nässt nachts immer mal wieder ein. Was können wir dagegen tun?

Wichtig ist, dass Sie die Ursache des Einnässens von Ihrem Arzt abklären lassen. Er kann feststellen, ob es sich um einen Mangel des für die nächtliche Drosselung der Harnproduktion verantwortlichen Hormons ADH oder um ein zu kleines Fassungsvermögen der Harnblase handelt. Entsprechend der Ursache wird Ihnen Ihr Arzt eine Therapie vorschlagen. Vor dem Einsatz von Medikamenten sollte jedoch eine so genannte Urotherapie (Normalisierung des Trink- und Toilettenverhaltens) erfolgen. Die medikamentöse Therapie richtet sich dann nach der Ursache des Einnässens.

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